if it's not like the movies, that's how it should be

dämmerung. leere straßen. kalter wind. grauer himmel, eine einzige riesige
wolke. der regen wird immer stärker. ich genieße es jetzt fast. und donner
irgendwo. in meinen schuhen steht das wasser. meine füße sind so nass,
dass sie sich beinahe schon wieder warm anfühlen. wie die plörre in den
pfützen. die luft ist so feucht. ich habe kein ziel, aber gehe mit gleichmäßig
zügigem schritt. ein blitz hinter mir. ich erschrecke nicht. nichts hält mich
auf. manchmal kreuzt jemand meinen weg und ich lächele. gar nicht mit
absicht. ohne grund, hintergedanken und jegliche erwartungshaltung. ja,
einfach so. mein lächeln muss ein bitteres lächeln sein. doch sie grinsen
manchmal zurück und erhellen für einen kleinen moment den todgrauen
asphalt, den grauen himmel, die grauen häuser und die grauen gesichter
in dieser stadt, in der jedes lachen verklingt. wo fröhlichkeit ein unwort
ist. ein ort, an dem jeder lediglich funktioniert. ständig. wo die gedanken
unausgesprochen und freunde immer fremde bleiben. und dann kommt
die wut wieder hoch. oder die enttäuschung, weil nichts nach plan läuft.
und deswegen lasse ich mich heute einfach treiben. ohne nachzudenken.
ohne weiterzudenken als bis zum nächsten schritt. ich kann das gefühl
nicht zuordnen, ich weiß nichtmal, ob ich das überhaupt wirklich fühle,
oder ob mein blut nur so in den adern pulsiert, weil zu viel leben in mir
ist, das ich nicht leben kann. das ich nicht leben darf. will es rauslassen.
ich will es hinausschreien oder mir den bauch aufschlitzen, es muss raus
hier, die energie lähmt mich, macht mich müde, ich kann nicht mehr und
liege am boden. in der dämmerung auf dieser leeren straße. in kaltem
wind. unter grauem himmel. neben mir glasscherben. ich nehme mir die
größte und drehe sie eine weile in meiner hand. ich habs. endlich. das
ist die idee. ein instinkt. reflex aus verzweiflung. ich habs. der schlüssel.
            
              

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