unter tausend anderen, schlimmen gedanken nicht finden zu können.
was für sie schlimm ist (r.b.)
unter tausend anderen, schlimmen gedanken nicht finden zu können.
(titel folgt)
sie ist die königin, meine erhabene herrscherin,
mehr gebend als habend doch. ich dagegen bin
irgendwie ihr könig, obwohl ich ihr zu füßen liege.
lieg' gern als sklave in den ketten meiner liebe,
vor die ich selbst den eisernen riegel schiebe;
genieß' im demutskerker freuden statt hiebe.
ich wünschte, ich könnte sie wirklich befrein,
doch der drache haust in ihr und ich bin selbst gefangen.
ich hab' großes gesucht, jetzt ist das größte mein
und ich muss trotzdem stehen und in flammen darum bangen.
mehr gebend als habend doch. ich dagegen bin
irgendwie ihr könig, obwohl ich ihr zu füßen liege.
lieg' gern als sklave in den ketten meiner liebe,
vor die ich selbst den eisernen riegel schiebe;
genieß' im demutskerker freuden statt hiebe.
ich wünschte, ich könnte sie wirklich befrein,
doch der drache haust in ihr und ich bin selbst gefangen.
ich hab' großes gesucht, jetzt ist das größte mein
und ich muss trotzdem stehen und in flammen darum bangen.
przystajń
niemand kennt seinen körper besser
als der, der jede seiner zellen hasst.
kehr mir deinen
last – berg – rücken zu;
ich kehr' ihn ab und kehr' die blätter fort.
es wurde herbst oder herbst ist geworden,
unmerklich erst, dann: ...da.
blatt
fällt
blatt
fällt
baum.
wald ist bäumeschatten – angst auch.
als der, der jede seiner zellen hasst.
kehr mir deinen
last – berg – rücken zu;
ich kehr' ihn ab und kehr' die blätter fort.
es wurde herbst oder herbst ist geworden,
unmerklich erst, dann: ...da.
blatt
fällt
blatt
fällt
baum.
wald ist bäumeschatten – angst auch.
(re)generation oder: sturm der glühenden herzen (weil asche doch brennt)
hier ist nichts verboten,
vor allem münder nicht.
man nimmt rücksicht,
denn hier sieht man auf viel zurück,
doch man will nicht zurückblicken,
sich nicht in die arme fallen,
überhaupt nicht fallen,
sondern die arme in die luft werfen
und sich um die schultern
und die träume auf den weg.
nicht zu schnell hinterher,
aber immer hinterher.
man hat nie auf sie gewartet,
nun warten sie auf nichts
außer aufeinander.
wir sind leuchtkugeln,
wollen alle schneller schwingen.
wir teilten ihren himmel nicht.
für uns war es so lange dunkel,
aber unsere zeit ist gekommen
mit der sonne auf unserer seite,
in unserem rücken
und wind.
und wir sind
der sturm.
vor allem münder nicht.
man nimmt rücksicht,
denn hier sieht man auf viel zurück,
doch man will nicht zurückblicken,
sich nicht in die arme fallen,
überhaupt nicht fallen,
sondern die arme in die luft werfen
und sich um die schultern
und die träume auf den weg.
nicht zu schnell hinterher,
aber immer hinterher.
man hat nie auf sie gewartet,
nun warten sie auf nichts
außer aufeinander.
wir sind leuchtkugeln,
wollen alle schneller schwingen.
wir teilten ihren himmel nicht.
für uns war es so lange dunkel,
aber unsere zeit ist gekommen
mit der sonne auf unserer seite,
in unserem rücken
und wind.
und wir sind
der sturm.
reutlingen
ich seh' mich zu dir um,
nur um dich vorzustellen,
weil du dich im hintergrund hältst.
ich dreh' mich zu dir um,
um für mich festzustellen,
wie gut du mir selbst eigentlich gefällst.
nur um dich vorzustellen,
weil du dich im hintergrund hältst.
ich dreh' mich zu dir um,
um für mich festzustellen,
wie gut du mir selbst eigentlich gefällst.
horní dvory
mein himmel fängt mit deinem anblick aus der ferne an
und endet, wo mein arm dich nicht länger erreichen kann.
mein himmel ist im innersten ein teil von mir;
hab' nur erdboden für mich und himmel ausschließlich bei dir.
dein licht reicht nicht bis hier; mein himmel ist dunkel.
und endet, wo mein arm dich nicht länger erreichen kann.
mein himmel ist im innersten ein teil von mir;
hab' nur erdboden für mich und himmel ausschließlich bei dir.
dein licht reicht nicht bis hier; mein himmel ist dunkel.
jasna góra
uns ist gegeben,
auf heiligen stätten die ruhe
zu suchen.
frevel auf schmutzigen knien;
man grüßt verhalten
und verhält sich unauffällig,
ungefällig und
(un)gefallen.
ruhe bitte, ja, bitte um ruhe
und seelenfrieden.
nur wenige taschen voll:
heute ablassbriefe vor dem dom.
sa--- unterzeichnet im kleingedruckten.
kein reich werde auf armem boden; doch willkür geschehe.
wir sind nicht (ein)geweiht:
gelobtes land bleibt horizont.
ungeweihte haben nur
die traurigkeit der pferde.
auf heiligen stätten die ruhe
zu suchen.
frevel auf schmutzigen knien;
man grüßt verhalten
und verhält sich unauffällig,
ungefällig und
(un)gefallen.
ruhe bitte, ja, bitte um ruhe
und seelenfrieden.
nur wenige taschen voll:
heute ablassbriefe vor dem dom.
sa--- unterzeichnet im kleingedruckten.
kein reich werde auf armem boden; doch willkür geschehe.
wir sind nicht (ein)geweiht:
gelobtes land bleibt horizont.
ungeweihte haben nur
die traurigkeit der pferde.
ostia
jedes einzelne leben hat zwar seine würde
und unantastbaren wert,
jedes leben ist jedoch durch seine bürde
gewissermaßen auch erschwert.
und unantastbaren wert,
jedes leben ist jedoch durch seine bürde
gewissermaßen auch erschwert.
leben am kreuz
sie wollen ein fest uns geben,
die individuen scharen sich.
für den staat gilt es zu leben
und besonders gelte ich.
von allen dächern ruft es längst:
heute wirst du noch zum helden,
ausgezeichnet, wie du denkst,
musste nur noch einer melden.
auch meinen namen rufen sie;
jeder kriegt den bestenpreis.
nur verlierer sehn ihn nie,
verlierer es am besten weiß.
echtes gold am roten band;
marsch, der oberst wartet schon.
drück's kreuz in die gefei'rte hand
von mir und dir und der nation.
die individuen scharen sich.
für den staat gilt es zu leben
und besonders gelte ich.
von allen dächern ruft es längst:
heute wirst du noch zum helden,
ausgezeichnet, wie du denkst,
musste nur noch einer melden.
auch meinen namen rufen sie;
jeder kriegt den bestenpreis.
nur verlierer sehn ihn nie,
verlierer es am besten weiß.
echtes gold am roten band;
marsch, der oberst wartet schon.
drück's kreuz in die gefei'rte hand
von mir und dir und der nation.
na(r)zideologie
nimmer wird das reich zerstöret.
jeder mann im volk dabei.
stimmt ein, wenn ihr's singen höret,
dass ihr einig seid und frei.
blut und ehre, blut und ehre:
die hemdenflecken nicht zu sehen.
stellet euch vor, was das wäre –
kopf-oben durch rote lachen gehn.
männer still und stilisiert
reihen, glieder, zinnsoldaten.
das volk endlich mobilisiert:
konfetti fliegt und handgranaten.
jeder mann im volk dabei.
stimmt ein, wenn ihr's singen höret,
dass ihr einig seid und frei.
blut und ehre, blut und ehre:
die hemdenflecken nicht zu sehen.
stellet euch vor, was das wäre –
kopf-oben durch rote lachen gehn.
männer still und stilisiert
reihen, glieder, zinnsoldaten.
das volk endlich mobilisiert:
konfetti fliegt und handgranaten.
glems
der himmel treibt
seit tagen morgengrau
nur vor sich her.
unterm himmel bleibt
mein magen sorgenflau
und rumort sehr.
die wolken scheuen sich jetzt,
was sie so gern vergaßen,
wiederzusehen (scheußliches),
bläuten sich die straßen.
erinnerungen sind
manchmal schwer zu ertragen.
kein innerer wind
trägt die wolken und fragen.
die wolken steigern sich
wie die größten narren.
die wolken weigern sich
und bleiben beharren,
nicht mehr als kerzen
licht durchzulassen.
tja, manche herzen
sind nicht zu fassen.
seit tagen morgengrau
nur vor sich her.
unterm himmel bleibt
mein magen sorgenflau
und rumort sehr.
die wolken scheuen sich jetzt,
was sie so gern vergaßen,
wiederzusehen (scheußliches),
bläuten sich die straßen.
erinnerungen sind
manchmal schwer zu ertragen.
kein innerer wind
trägt die wolken und fragen.
die wolken steigern sich
wie die größten narren.
die wolken weigern sich
und bleiben beharren,
nicht mehr als kerzen
licht durchzulassen.
tja, manche herzen
sind nicht zu fassen.
augenlieder
sie trägt welche ihrer schönen, ihrer sauberen sachen.
sie will ihnen heute mehr als nur schöne augen machen.
sie trägt spitzen-wäsche (das soll so doppel-d-eutig klingen).
statt wimpern-klimpern kann sie wirklich mit den augen singen.
sie will ihnen heute mehr als nur schöne augen machen.
sie trägt spitzen-wäsche (das soll so doppel-d-eutig klingen).
statt wimpern-klimpern kann sie wirklich mit den augen singen.
cheb
ich kaufte mir schuhe
auf dem basar der herzen.
im letzten jahr wurden hier noch vorhänge
-schlösser verteilt.
händler heben nur noch verhalten die linke hand
und drachen schlafen nicht,
wachen im lotussitz
als meditantrabanten
und werden nie zu hause sein
in china
in cheb.
auf dem basar der herzen.
im letzten jahr wurden hier noch vorhänge
-schlösser verteilt.
händler heben nur noch verhalten die linke hand
und drachen schlafen nicht,
wachen im lotussitz
als meditantrabanten
und werden nie zu hause sein
in china
in cheb.
jesenice (noch in bearbeitung)
I
du bist mir
näher als meine
haut.
du bist mein
rauschgift
ganz
körper
tattoo
und erst mein körper.
ich bin erhitzt;
dein muster blüht
in allen
farben auf.
II
deine farben sind
rot
und
blau
licht.
woanders eine andere,
wo
geheim.
aufregend
gegen
aufregung erregend.
nein, ich kenne dieses mädchen nicht.
doch sie als einzige mich.
du bist mir
näher als meine
haut.
du bist mein
rauschgift
ganz
körper
tattoo
und erst mein körper.
ich bin erhitzt;
dein muster blüht
in allen
farben auf.
II
deine farben sind
rot
und
blau
licht.
woanders eine andere,
wo
geheim.
aufregend
gegen
aufregung erregend.
nein, ich kenne dieses mädchen nicht.
doch sie als einzige mich.
karlovy vary
ich geh' auf
kopffreipflaster
zum brunnen der beseeltheit.
wer würde sich über steine
auf dem weg beschweren?
sonnenstrahlen plätschern leise
fließen die erinnerungen ab
heute leichter
______.
könnte ich jemals aufhören,
im konjunktiv zu leben?
kopffreipflaster
zum brunnen der beseeltheit.
wer würde sich über steine
auf dem weg beschweren?
sonnenstrahlen plätschern leise
fließen die erinnerungen ab
heute leichter
______.
könnte ich jemals aufhören,
im konjunktiv zu leben?
mondscheinwalzer
hast du den himmel gesehen?
schwarzes hemd glänzt
satin spiegelt
sterne spiegeln
sterne reflektieren.
gala-xie
gibt eine
gala:
die nacht geht
nicht hin.
himmel streunt,
streut leuchten,
tritt von tanzschuh auf tanzschuh.
der einsame tanzt nicht,
der liebene findet keinen schlaf.
der mutlose ahnt nicht,
dass er held ist für jemanden.
schwarzes hemd glänzt
satin spiegelt
sterne spiegeln
sterne reflektieren.
gala-xie
gibt eine
gala:
die nacht geht
nicht hin.
himmel streunt,
streut leuchten,
tritt von tanzschuh auf tanzschuh.
der einsame tanzt nicht,
der liebene findet keinen schlaf.
der mutlose ahnt nicht,
dass er held ist für jemanden.
guttiger nacht
I
komm, lass es
zu, lass
deine augen einfach zu
fallen
und die gedanken
nach außen
hallen,
statt sich wider-
und widerspruch
um widerspruch
im widerstand
gegen
den widersacher
in deinem inneren.
II
du bist
dir selbst
ein tiger.
streifst
durch den dschungel deiner gedanken.
lianen assoziieren sich.
du zierst dich nicht,
nüsse mit dem kopf zu knacken.
reich mir die pfote,
ich halt' sie und
lass
uns
uns niederlegen.
ich halt' dich
dazu an. abgefahren
kennt keine gefahr.
die welt hält nicht für uns an,
wir für sie
nicht den atem.
halt deinen atem ruhig,
verscheuche nicht den schlaf
legt sich sacht auf deine augenlider.
lass es
nur zu,
auch tiger dürfen schlafen,
sogar die verlorenen.
sie sollen letztlich in den nächten geborgen sein
und die trost-blüten-bäume, die lächeln wurzeln,
wollen sie sicher wiegen.
komm, lass es
zu, lass
deine augen einfach zu
fallen
und die gedanken
nach außen
hallen,
statt sich wider-
und widerspruch
um widerspruch
im widerstand
gegen
den widersacher
in deinem inneren.
II
du bist
dir selbst
ein tiger.
streifst
durch den dschungel deiner gedanken.
lianen assoziieren sich.
du zierst dich nicht,
nüsse mit dem kopf zu knacken.
reich mir die pfote,
ich halt' sie und
lass
uns
uns niederlegen.
ich halt' dich
dazu an. abgefahren
kennt keine gefahr.
die welt hält nicht für uns an,
wir für sie
nicht den atem.
halt deinen atem ruhig,
verscheuche nicht den schlaf
legt sich sacht auf deine augenlider.
lass es
nur zu,
auch tiger dürfen schlafen,
sogar die verlorenen.
sie sollen letztlich in den nächten geborgen sein
und die trost-blüten-bäume, die lächeln wurzeln,
wollen sie sicher wiegen.
sonnenauf(au)gang
ich stell' mir vor, wie's wäre, wenn die sonne
am morgen für mich in deinen augen aufginge.
am morgen für mich in deinen augen aufginge.
gesundbarkeit
nicht schlafen ist nicht gesund;
gesund schläft auch viel leichter,
gesund schläft auch viel leichter,
ohne traurigkeit ohne grund.
wird das wasser denn je seichter?
wird das wasser denn je seichter?
verrettung
klar, natürlich, das kann man alles nicht erzwingen. es ist richtig verstrickt
und ‘ne ganz schön große sache. und ich, ich müsste eigentlich still sein,
denn ich bin selbst nicht besser und ich bekomm’s auch nicht auf die reihe.
deswegen weiß ich auch, dass das alles nicht so einfach ist. dass das alles
hoffnungslos erscheint und die zeit zeit braucht, um zu heilen.
etwas schlechtes ist ein teil von dir geworden, einfach so über die jahre,
und es nimmt einen ein und nimmt überhand und manchmal verliert man
sich selbst darin. man beginnt, das falsche zu glauben und das schlechte
zu lieben. man freundet sich damit an, damit es einen nicht zerstört. und
plötzlich hat es dich. und von außen kann man dich nicht befreien. man
kann dich nicht retten, wenn du dich selbst nicht rettest. aber manchmal
möchte man das zu gern glauben.
und ‘ne ganz schön große sache. und ich, ich müsste eigentlich still sein,
denn ich bin selbst nicht besser und ich bekomm’s auch nicht auf die reihe.
deswegen weiß ich auch, dass das alles nicht so einfach ist. dass das alles
hoffnungslos erscheint und die zeit zeit braucht, um zu heilen.
etwas schlechtes ist ein teil von dir geworden, einfach so über die jahre,
und es nimmt einen ein und nimmt überhand und manchmal verliert man
sich selbst darin. man beginnt, das falsche zu glauben und das schlechte
zu lieben. man freundet sich damit an, damit es einen nicht zerstört. und
plötzlich hat es dich. und von außen kann man dich nicht befreien. man
kann dich nicht retten, wenn du dich selbst nicht rettest. aber manchmal
möchte man das zu gern glauben.
bewusstseinsströmende belanglosigkeit (6. juni 2012)
ich merk’ nicht, dass sich blau und grün vermischen, lass’ den himmel
seine farbe tragen und er mich meine. was für ein mann auf der bank?
achso, der. ist doch egal. ob dir kalt ist, frag’ ich mich, und ob du’s
zugeben würdest. dann ziehst du deine jacke an: ich bin überrascht
und weiß nicht wieso. du liegst auf dem boden, ich will nichts dazu sagen
und wir reden und schweigen über anderes, manchmal beides im selben
moment, und wir sind manchmal gleich, aber meistens anders. ich sitz’
über dem boden, wo ich mich meistens halte, und dort schmeck’ ich
kein drängen, rieche nicht, wie gedanken sich in qualm verflüchtigen,
spüre nicht, wie sich blätter in haaren verfangen. ich denke an deine
jacke, die vielleicht schmutzig wird, und an deinen kopf, unbequem
auf steinpflaster. wir weilen wieder vor der kirche; naja, weilen nicht,
atmen bloß und blenden aus und richten unser augenmerk auf
poetischere dinge.
ich sehe keine kunst in meinem eisbecher, aber vielleicht hast du recht.
ich störe mich nicht daran, dass du längst fertig bist mit dem essen und
ich nicht und hoffe nicht, es bringt dich nicht in verlegenheit. ich versuch’,
dich nicht anzuschauen, weil ich nicht mag zu sehen, wenn du mir beim
essen zusiehst, weil ich angst hab’, dass es blöd aussieht, und ich seh’
dich doch an, aber ich hab’ angst, dass du mich fragst, was ist, auch
wenn du’s nicht so meinst und es ist ja nichts. ich frag’ mich, wie du
mich mögen kannst, aber ich hab’ angst, an mir zu zweifeln, also lass’
ich es wieder und ich freu’ mich so sehr.
ich wundere mich nicht über die zigarettenstummel so unweit von dem
abfalleimer, 4,5 billionen im jahr auf der welt und ein paar eben auch
hier. ich frag’ mich kurz, ob das vielleicht nett gemeint ist mit dem
hinwerfen und ich weiß, dass kippensammeln nicht mehr in ist und find’
mich trotzdem sehr optimistisch. ich freu’ mich auch, dass ich jetzt nicht
auf regenvollgesogen-aufgequollenen zigarettenfiltern und matschigen
celluloseacetat liege, weil es schon lang nicht mehr geregnet hat, sondern
ich jedenfalls nur liege, wo auch immer, und jetzt nur neben dir liege und
dass du nicht mehr rauchst und dass ich gar nie rauchen muss.
du sagst, es wär’ unangenehm, das mit deinem atem, und ich versteh’
dich nicht und muss an popcorn denken, das mit karamellisiertem zucker
im kino, noch warm und wieso ist es manchmal eigentlich so schwer,
auf dich zuzukommen.
ich frag’ mich, was du denkst, obwohl du’s mir sagst und wohl gerade
deswegen. du sagst, du fragst dich, wie es ist, ein blatt zu sein, und ich
stell’ mir vor, wie es wäre, wenn ich ein blatt wäre und noch mehr,
wenn du eins wärst und wir sind uneinig über den wind oder nur wind
und das ist irgendwie schön für mich. was das wohl für blätter sind?
kastanien vielleicht. so eins möchte ich nicht sein.
zu viele worte, obwohl wenig, altgewohnte unbeholfenheit, dann zu dir;
hätt’ ich nicht gedacht, trotzdem fühl’ ich mich nicht überrannt und liefer’
mich aus und tu’s gern. manchmal find’ ich’s besser, nicht zu viel zu
denken; sei bitte nicht enttäuscht. und ich mag, wenn du’s auch nicht tust.
seine farbe tragen und er mich meine. was für ein mann auf der bank?
achso, der. ist doch egal. ob dir kalt ist, frag’ ich mich, und ob du’s
zugeben würdest. dann ziehst du deine jacke an: ich bin überrascht
und weiß nicht wieso. du liegst auf dem boden, ich will nichts dazu sagen
und wir reden und schweigen über anderes, manchmal beides im selben
moment, und wir sind manchmal gleich, aber meistens anders. ich sitz’
über dem boden, wo ich mich meistens halte, und dort schmeck’ ich
kein drängen, rieche nicht, wie gedanken sich in qualm verflüchtigen,
spüre nicht, wie sich blätter in haaren verfangen. ich denke an deine
jacke, die vielleicht schmutzig wird, und an deinen kopf, unbequem
auf steinpflaster. wir weilen wieder vor der kirche; naja, weilen nicht,
atmen bloß und blenden aus und richten unser augenmerk auf
poetischere dinge.
ich sehe keine kunst in meinem eisbecher, aber vielleicht hast du recht.
ich störe mich nicht daran, dass du längst fertig bist mit dem essen und
ich nicht und hoffe nicht, es bringt dich nicht in verlegenheit. ich versuch’,
dich nicht anzuschauen, weil ich nicht mag zu sehen, wenn du mir beim
essen zusiehst, weil ich angst hab’, dass es blöd aussieht, und ich seh’
dich doch an, aber ich hab’ angst, dass du mich fragst, was ist, auch
wenn du’s nicht so meinst und es ist ja nichts. ich frag’ mich, wie du
mich mögen kannst, aber ich hab’ angst, an mir zu zweifeln, also lass’
ich es wieder und ich freu’ mich so sehr.
ich wundere mich nicht über die zigarettenstummel so unweit von dem
abfalleimer, 4,5 billionen im jahr auf der welt und ein paar eben auch
hier. ich frag’ mich kurz, ob das vielleicht nett gemeint ist mit dem
hinwerfen und ich weiß, dass kippensammeln nicht mehr in ist und find’
mich trotzdem sehr optimistisch. ich freu’ mich auch, dass ich jetzt nicht
auf regenvollgesogen-aufgequollenen zigarettenfiltern und matschigen
celluloseacetat liege, weil es schon lang nicht mehr geregnet hat, sondern
ich jedenfalls nur liege, wo auch immer, und jetzt nur neben dir liege und
dass du nicht mehr rauchst und dass ich gar nie rauchen muss.
du sagst, es wär’ unangenehm, das mit deinem atem, und ich versteh’
dich nicht und muss an popcorn denken, das mit karamellisiertem zucker
im kino, noch warm und wieso ist es manchmal eigentlich so schwer,
auf dich zuzukommen.
ich frag’ mich, was du denkst, obwohl du’s mir sagst und wohl gerade
deswegen. du sagst, du fragst dich, wie es ist, ein blatt zu sein, und ich
stell’ mir vor, wie es wäre, wenn ich ein blatt wäre und noch mehr,
wenn du eins wärst und wir sind uneinig über den wind oder nur wind
und das ist irgendwie schön für mich. was das wohl für blätter sind?
kastanien vielleicht. so eins möchte ich nicht sein.
zu viele worte, obwohl wenig, altgewohnte unbeholfenheit, dann zu dir;
hätt’ ich nicht gedacht, trotzdem fühl’ ich mich nicht überrannt und liefer’
mich aus und tu’s gern. manchmal find’ ich’s besser, nicht zu viel zu
denken; sei bitte nicht enttäuscht. und ich mag, wenn du’s auch nicht tust.
jo köhler, dichter
unsagbares sagbar zu machen und damit das wesentliche
zum schwingen zu bringen, ist das schöne am gedicht.
zum schwingen zu bringen, ist das schöne am gedicht.
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