atemnot und erdbeben

nie konnt' ich meine leidenschaft
auch angemessen ausleben.
von dir aus geht eine magische kraft.
ihr kann ich mich nur ergeben.

nie war ich dir nah genug.
nie erreicht' ich dich.
nur ein einz'ger atemzug -
das wär' ein glück für mich -

gegenüber deinem antlitz
mit blick in deine augen,
in denen dein geist hell aufblitzt -
oh, eins kannst du mir glauben:

ich würde meine seele dafür geben,
dich nur einmal ganz zu spür'n.
in deinem lachen, so viel leben!
es soll mir luft und blut abschnür'n.

nun mach' ich meinen traum auch wahr,
hab' den verstand ja ganz verloren.
stürz' uns beide in lebensgefahr.
für diese gräueltat bin ich geboren.

da bist du nun, mein schatz.
ich behalte dich für mich,
an 'nem streng geheimen platz,
die umgebung - königlich.

setz' dich in eine truhe,
so groß fast wie die welt.
eine kiste voll mit ruhe -
ob dir das wohl so gefällt?

ich will dir jeden wunsch erfüllen,
wenn du ihn mir nur anvertraust.
will dich ganz in seide hüllen,
wenn du auch ohne hübsch ausschaust.

alles würd' ich für dich tun,
du müsstest mich nur lassen.
unterhalte dich und lass' dich ruh'n.
will keine stund' mit dir verpassen.

in deinem thronzimmer,
deinem neuen domizil
beherberge ich dich für immer.
was mir das bringt? so viel!

kann dich den ganzen tag betrachten
und hab' dich ganz für mich allein.
ich werd' auch immer schön drauf achten
dass du dich wohl fühlst und daheim.

dass es dir stets gut ergeht,
das ist mein höchstes ziel.
und dass nie mehr was im wege steht
und dass dir nichts missfiel'.
              
im leben sollst du nie mehr leiden
und fern sein von streit und zwist.
schmerz und gram will ich vermeiden,
weil du doch alles für mich bist.

und jetzt kannst du es endlich sein,
jetzt darf ich endlich lieben,
so wie es mir für recht erscheint.
vielleicht ist es übertrieben...

du warst frei, ich war es nicht,
ich war immer dein knecht.
oh, ich bin ja so erpicht,
weil sich mein herz jetzt rächt.

nie traut' ich mich, dich nur anzusehen,
weil der moment deiner nie würdig war.
kann jetzt angemessen an dir zergehen
vor der truhe, in der ich dich aufbahr'.

nie konnt' ich meine leidenschaft
auch angemessen ausleben.
von dir aus geht eine magische kraft
ihr kann ich mich nur ergeben.

doch halt, mein plan, er geht nicht auf.
jetzt, wo ich endlich alles hab',
nimmt das schicksal seinen lauf:
das glück, nun bringt es mich ins grab.

mein eigenes museum
mit nur einem exponat.
es ist mein eig'nes mausoleum,
verdammnis, seit ich es betrat.
                 
                          

2 Kommentare:

Queen hat gesagt…

Jenny, du haust mich komplett weg.
Ich liebe ja die Wendung gegen Ende, einfach genial gemacht mit der wiederholten Strophe!
Die letzte Strophe - wie könnte es anders sein - gefällt mir natürlich am besten!
♥

The_Pretender hat gesagt…

:)

♥♥♥