bewusstseinsströmende belanglosigkeit (6. juni 2012)

ich merk’ nicht, dass sich blau und grün vermischen, lass’ den himmel
seine farbe tragen und er mich meine. was für ein mann auf der bank?
achso, der. ist doch egal. ob dir kalt ist, frag’ ich mich, und ob du’s
zugeben würdest. dann ziehst du deine jacke an: ich bin überrascht
und weiß nicht wieso. du liegst auf dem boden, ich will nichts dazu sagen
und wir reden und schweigen über anderes, manchmal beides im selben
moment, und wir sind manchmal gleich, aber meistens anders. ich sitz’
über dem boden, wo ich mich meistens halte, und dort schmeck’ ich
kein drängen, rieche nicht, wie gedanken sich in qualm verflüchtigen,
spüre nicht, wie sich blätter in haaren verfangen. ich denke an deine
jacke, die vielleicht schmutzig wird, und an deinen kopf, unbequem
auf steinpflaster. wir weilen wieder vor der kirche; naja, weilen nicht,
atmen bloß und blenden aus und richten unser augenmerk auf
poetischere dinge.

ich sehe keine kunst in meinem eisbecher, aber vielleicht hast du recht.
ich störe mich nicht daran, dass du längst fertig bist mit dem essen und
ich nicht und hoffe nicht, es bringt dich nicht in verlegenheit. ich versuch’,
dich nicht anzuschauen, weil ich nicht mag zu sehen, wenn du mir beim
essen zusiehst, weil ich angst hab’, dass es blöd aussieht, und ich seh’
dich doch an, aber ich hab’ angst, dass du mich fragst, was ist, auch
wenn du’s nicht so meinst und es ist ja nichts. ich frag’ mich, wie du
mich mögen kannst, aber ich hab’ angst, an mir zu zweifeln, also lass’
ich es wieder und ich freu’ mich so sehr.

ich wundere mich nicht über die zigarettenstummel so unweit von dem
abfalleimer, 4,5 billionen im jahr auf der welt und ein paar eben auch
hier. ich frag’ mich kurz, ob das vielleicht nett gemeint ist mit dem
hinwerfen und ich weiß, dass kippensammeln nicht mehr in ist und find’
mich trotzdem sehr optimistisch. ich freu’ mich auch, dass ich jetzt nicht
auf regenvollgesogen-aufgequollenen zigarettenfiltern und matschigen
celluloseacetat liege, weil es schon lang nicht mehr geregnet hat, sondern
ich jedenfalls nur liege, wo auch immer, und jetzt nur neben dir liege und
dass du nicht mehr rauchst und dass ich gar nie rauchen muss.

du sagst, es wär’ unangenehm, das mit deinem atem, und ich versteh’
dich nicht und muss an popcorn denken, das mit karamellisiertem zucker
im kino, noch warm und wieso ist es manchmal eigentlich so schwer,
auf dich zuzukommen.

ich frag’ mich, was du denkst, obwohl du’s mir sagst und wohl gerade
deswegen. du sagst, du fragst dich, wie es ist, ein blatt zu sein, und ich
stell’ mir vor, wie es wäre, wenn ich ein blatt wäre und noch mehr,
wenn du eins wärst und wir sind uneinig über den wind oder nur wind
und das ist irgendwie schön für mich. was das wohl für blätter sind?
kastanien vielleicht. so eins möchte ich nicht sein.

zu viele worte, obwohl wenig, altgewohnte unbeholfenheit, dann zu dir;
hätt’ ich nicht gedacht, trotzdem fühl’ ich mich nicht überrannt und liefer’
mich aus und tu’s gern. manchmal find’ ich’s besser, nicht zu viel zu
denken; sei bitte nicht enttäuscht. und ich mag, wenn du’s auch nicht tust.

2 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

Tumblr Post hm :*

The_Pretender hat gesagt…

Ja. Von dir inspiriert, hm? :*