als ich das zimmer betrat, war es bereits zwei uhr am mittag. sie vergrub ihr
gesicht in einem berg aus kissen, als ich etwas licht durch die rolladen ließ.
ich setzte mich neben sie aufs bett und streichelte sanft ihre schulter. stumm
hatte sie mir den rücken zugekehrt. ihre haare hingen wild über den alten
hellblauen snoopy-samtpyjama, der etwas unter der decke hervorschien.
in einer fließenden bewegung setzte sie sich unerwartet auf, sah mich mit
ihren verquollenen augen an und erwiderte meinen erst mitleidigen, dann
vorwurfsvollen blick mit einem mechanischen nicken. ich verließ den raum
in dem schwarzen anzug, den ich mir für sarahs beerdigung geliehen hatte.
vor dem spiegel an der schranktür entwirrte ich meine einzige krawatte
und versuchte krampfhaft, mich daran zu erinnern, wie der knoten doch
gleich zu binden war. es wollte mir nicht gelingen und ich suchte erika um
rat. ich schob die badezimmertür auf, die einen spalt offen gestanden
hatte, und fand sie mit beiden händen am waschbecken aufgestützt, die
stirn an den spiegel gelehnt. wir waren spät dran, simon wartete schon
im flur. erika packte hastig und unwillkürlich diverses kleinod in ihre
kleine gelbe handtasche, bis sie fast voll war, aber als ich gerade die tür
hinter uns schließen wollte, stieß sie mich grob beiseite und stellte die
tasche auf die garderobe. sie rückte ihren zerknitterten blazer zurecht,
der ihr erschreckend gut stand. vielleicht nur, da auch sie selbst etwas
zerknittert aussah. entschlossen nahm sie die extragroße packung mit
den papiertaschentüchern aus der tasche und warf sie lieblos auf das
parkett, bevor sie mir kurz zunickte und ich glaubte, ein lächeln auf
ihren lippen gesehen zu haben, ehe sie einmal tief ein- und ausatmete
und schließlich erhobenen kopfes voranging.
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