entmutig(er)t

er streifte durch die straßen,
ohne gefährte, ohne ziel,
sah, wie sie ihn vergaßen,
die menschen, und weinte viel.

er streifte durch die gassen.
sie wollten ihn verdrängen.
wie konnten sie ihn hassen?
er ließ seinen kopf hängen.

er fühlte sich als teil von ihnen,
doch kämpfte wohl vergebens.
traurig überquerte er die schienen
am hauptbahnhof des lebens.

fast rannte ihn ein knabe um,
in eile. was ist nur passiert?
er wendet nur und bleibt ganz stumm,
bevor er noch mehr schmerz kassiert.

früher war auf ihn verlass,
jetzt wird er nicht mehr gebraucht.
die ärmel tropfen ihm schon nass,
der tiger hinkt und keucht und schnauft.

regen trommelt auf seinen rücken.
hier findet keine unterkunft,
unter eingestürzten brücken,
der tiger - der sinn für vernunft.
               
            
                       

2 Kommentare:

Queen hat gesagt…

Ich glaube, ich komme einfach nie in die Schreibwerkstatt. Ich meine, das Niveau ist einfach viel zu hoch! *-*

The_Pretender hat gesagt…

Ach, Ini... Danke. Aber du wärst da ganz wunderbar aufgehoben! Ich will die Messlatte keineswegs abwerten, aber sie liegt nicht allzu hoch, falls dir das tatsächlich Sorgen bereiten sollte. Alles, was man schreibt, ist irgendwie gut. Vor allem, was du schreibst! Und in der Schreibwerkstatt kann alles sowieso noch besser werden, weil andere einen beraten und dabei kein Blatt vor den Mund nehmen. Das ist ja immerhin auch eine tolle Chance zu wachsen ;) Wir wollen doch alle wachsen, nicht? Hach. Ich vermisse es, mit dir zu arbeiten ♥