sterben ist das einfachste von allen dingen. sie hat zu mir gesagt, sterben
sei das einfachste. sie hat nicht lange darüber nachgedacht, denn für sie
war es klar. für sie ist immer alles so klar. sie hat das universum in ihren
augen. das unvorstellbare ist für sie das offensichtliche. ich sehe nicht
über ihren tellerrand hinaus. sterben ist das einfachste, sagt sie zu mir.
und ich bin erschüttert und niedergeschlagen, weil diese worte weh tun.
ich hab' es so oft versucht, das einfachste, aber ich bin immer noch am
leben. ich bin unfähig, das einfachste zu bewältigen. ich bin am leben,
sage ich zu ihr. und sie sagt, leben ist das schwerste. weil nur lebendig
ist, wer richtig lebt. und ich schleppe mich nur von tag zu tag - falsch.
prüfung
sich mit hässlichen menschen zu umgeben, dafür hat sie keinen grund,
sagt sie, sie kennt nur hübsche und da ließe sich nichts machen.
sie beendet den satz, wir stehen immer noch zusammen, ich sehe mich
um und
als ihre worte bei mir angekommen sind, muss ich plötzlich lachen.
sagt sie, sie kennt nur hübsche und da ließe sich nichts machen.
sie beendet den satz, wir stehen immer noch zusammen, ich sehe mich
um und
als ihre worte bei mir angekommen sind, muss ich plötzlich lachen.
hero of war
er setzt die waffe an,
gerüstet zum gefecht.
das schärfere geschoss
hat im kriege immer recht.
gerüstet zum gefecht.
das schärfere geschoss
hat im kriege immer recht.
ring?
sitzt er immer noch vor deinem haus?
sitzt er immer noch vor deinem zimmer?
siehst du immer noch hinaus?
willst du ihn immer noch für immer?
sitzt er immer noch vor deinem zimmer?
siehst du immer noch hinaus?
willst du ihn immer noch für immer?
würdiger abgang
bäume weichen,
nebel lichtet sich.
schatten verbleichen.
ich sehe dich.
ein schimmer am horizont
fragt und ruft nach mir.
verirrung bin ich gewohnt.
es ist des todes revier.
ich geh' dem ende entgegen
mit einem lächeln im gesicht.
das ende ist abgelegen,
doch das schreckt mich nicht.
gleich bin ich am ziel
und ich bin bereit.
ich wollte nicht viel,
nur etwas mehr freiheit.
schritte auf morschem holz.
ich spür' mich entgleiten.
es heißt wegen dem stolz
eine grenze überschreiten.
nebel lichtet sich.
schatten verbleichen.
ich sehe dich.
ein schimmer am horizont
fragt und ruft nach mir.
verirrung bin ich gewohnt.
es ist des todes revier.
ich geh' dem ende entgegen
mit einem lächeln im gesicht.
das ende ist abgelegen,
doch das schreckt mich nicht.
gleich bin ich am ziel
und ich bin bereit.
ich wollte nicht viel,
nur etwas mehr freiheit.
schritte auf morschem holz.
ich spür' mich entgleiten.
es heißt wegen dem stolz
eine grenze überschreiten.
zweite chance
hellblaue wände. schrank, bett, regalsystem. eine stehlampe mit winnie-
the-pooh-aufdruck. im schneidersitz suche ich also bauklötze zusammen
und packe sie in eine schachtel. immer, wenn ich nervös bin, muss ich
etwas mit meinen händen anstellen. ich hätte nie gedacht, dass wir ein
solches gespräch einmal auf einem spielteppich in einem kinderzimmer
führen würden. und ich hätte nie gedacht, dass ich mich beim anblick
deiner grimassen und deiner anstalten, meinen sohn zu unterhalten, ein
weiteres mal in dich verlieben würde. er ist immerhin auch dein sohn.
bleib. bleib hier und geh nicht. bitte, geh nicht weg. ich kann es nicht
aussprechen, doch ich brauche dich. bitte geh' nicht noch einmal weg.
the-pooh-aufdruck. im schneidersitz suche ich also bauklötze zusammen
und packe sie in eine schachtel. immer, wenn ich nervös bin, muss ich
etwas mit meinen händen anstellen. ich hätte nie gedacht, dass wir ein
solches gespräch einmal auf einem spielteppich in einem kinderzimmer
führen würden. und ich hätte nie gedacht, dass ich mich beim anblick
deiner grimassen und deiner anstalten, meinen sohn zu unterhalten, ein
weiteres mal in dich verlieben würde. er ist immerhin auch dein sohn.
bleib. bleib hier und geh nicht. bitte, geh nicht weg. ich kann es nicht
aussprechen, doch ich brauche dich. bitte geh' nicht noch einmal weg.
regen
tropfen, regentropfen tropfen.
tropfen tropfen mit dem regen.
ich hör' sie an mein fenster klopfen
und wie sie sich im takt bewegen.
regentropfen regnen rege.
regen tropft. ich reg' mich nicht.
regen ist auf seinem wege.
regen tropft mir ins gesicht.
regen tropft vor melancholie.
regen regnet, ohne zu glauben.
regen regnet, regen ruht nie.
regen tropft aus meinen augen.
tropfen tropfen mit dem regen.
ich hör' sie an mein fenster klopfen
und wie sie sich im takt bewegen.
regentropfen regnen rege.
regen tropft. ich reg' mich nicht.
regen ist auf seinem wege.
regen tropft mir ins gesicht.
regen tropft vor melancholie.
regen regnet, ohne zu glauben.
regen regnet, regen ruht nie.
regen tropft aus meinen augen.
schade
ich hab' meine einstellung geändert. du deine leider auch.
na, und jetzt passen wir überhaupt nicht mehr zusammen.
na, und jetzt passen wir überhaupt nicht mehr zusammen.
danke dir, dennis!
danke für deine zeit für mich, für deine zuwendung, für deine zuneigung.
danke für deinen zuspruch, für deine zustimmung, für dein zutun. danke
fürs unterhalten, fürs untermauern, fürs immer unterstützen. danke fürs
annehmen, fürs anerkennen, fürs anlächeln. danke fürs mit mir reden,
fürs mit mir gehen, fürs mit mir lachen. danke fürs mitkommen, fürs
mitnehmen, fürs mitfühlen. danke fürs nachfragen, fürs nachhaken und
fürs niemals nachgeben. danke fürs verstehen, fürs vertrauen und fürs
verzeihen. danke fürs zuhören, fürs zunicken, fürs gut zureden. danke
fürs aufwecken, fürs aufmuntern, fürs aufpassen. danke fürs aufbauen,
fürs aufheben, fürs nie aufgeben. danke fürs aufziehen, fürs auflaufen
lassen und auffangen. danke fürs immer genau hinschauen, fürs immer
überall hinkommen, fürs meine macken einfach hinnehmen. danke fürs
anhalten, fürs behalten und fürs erhalten. danke fürs aushalten, fürs
abhalten, fürs festhalten. danke fürs in meinem leben sein, fürs mein
leben erhellen, fürs leben retten. danke fürs gefunden worden sein, fürs
gefunden haben, fürs immer wieder finden, fürs gut finden. danke fürs
behilflich sein. danke fürs da sein. und danke, danke fürs freund sein.
danke für deinen zuspruch, für deine zustimmung, für dein zutun. danke
fürs unterhalten, fürs untermauern, fürs immer unterstützen. danke fürs
annehmen, fürs anerkennen, fürs anlächeln. danke fürs mit mir reden,
fürs mit mir gehen, fürs mit mir lachen. danke fürs mitkommen, fürs
mitnehmen, fürs mitfühlen. danke fürs nachfragen, fürs nachhaken und
fürs niemals nachgeben. danke fürs verstehen, fürs vertrauen und fürs
verzeihen. danke fürs zuhören, fürs zunicken, fürs gut zureden. danke
fürs aufwecken, fürs aufmuntern, fürs aufpassen. danke fürs aufbauen,
fürs aufheben, fürs nie aufgeben. danke fürs aufziehen, fürs auflaufen
lassen und auffangen. danke fürs immer genau hinschauen, fürs immer
überall hinkommen, fürs meine macken einfach hinnehmen. danke fürs
anhalten, fürs behalten und fürs erhalten. danke fürs aushalten, fürs
abhalten, fürs festhalten. danke fürs in meinem leben sein, fürs mein
leben erhellen, fürs leben retten. danke fürs gefunden worden sein, fürs
gefunden haben, fürs immer wieder finden, fürs gut finden. danke fürs
behilflich sein. danke fürs da sein. und danke, danke fürs freund sein.
drang, zwang und anfang
meine worte an dich,
meine größten worte,
suche ich vergeblich,
wie dich an diesem orte.
mein bestreben, dass ich dich finde,
wo ich doch so lang schon suche,
wird weggeweht vom winde,
wie ein blatt von dieser buche.
mein nachmittag unter diesem baum
klingt aus, während ich noch verharre.
dich hier zu treffen, erwart' ich kaum.
ich fall' besser jetzt schon in winterstarre.
mein plan, dich nun über mich aufzuklären,
wirft sogar zweifel in mir selbst auf.
würde unsere beziehung trotzdem währen?
das schicksal nimmt und ich lass' ihm seinen lauf.
mein dringendstes anliegen
braucht das längste vorbereiten.
wie kann ich dich dazu kriegen,
nicht an mir vorbeizuschreiten?
meine erschütterndste beichte,
das bekenntnis zu einem vergehen,
ist für uns beide keine leichte -
und doch muss ich's dir gestehen!
mein drang, mit dir zu sprechen,
ist von ein paar tatsachen,
so scheint's, kinderleicht zu brechen.
was soll ich denn nur machen?
so vieles will ich dir sagen,
doch das eine muss zuerst.
würdest du selbst nur fragen,
damit du bald alles erfährst!
meine größten worte,
suche ich vergeblich,
wie dich an diesem orte.
mein bestreben, dass ich dich finde,
wo ich doch so lang schon suche,
wird weggeweht vom winde,
wie ein blatt von dieser buche.
mein nachmittag unter diesem baum
klingt aus, während ich noch verharre.
dich hier zu treffen, erwart' ich kaum.
ich fall' besser jetzt schon in winterstarre.
mein plan, dich nun über mich aufzuklären,
wirft sogar zweifel in mir selbst auf.
würde unsere beziehung trotzdem währen?
das schicksal nimmt und ich lass' ihm seinen lauf.
mein dringendstes anliegen
braucht das längste vorbereiten.
wie kann ich dich dazu kriegen,
nicht an mir vorbeizuschreiten?
meine erschütterndste beichte,
das bekenntnis zu einem vergehen,
ist für uns beide keine leichte -
und doch muss ich's dir gestehen!
mein drang, mit dir zu sprechen,
ist von ein paar tatsachen,
so scheint's, kinderleicht zu brechen.
was soll ich denn nur machen?
so vieles will ich dir sagen,
doch das eine muss zuerst.
würdest du selbst nur fragen,
damit du bald alles erfährst!
wortlos
der sturm im kopf, der mich plagt,
ich wär' jetzt so gern allein.
die plage in mir, die mich jagt.
lass mich nicht einsam sein.
nichts von dem könnt' ein anderer begreifen,
nichts könnte irgendwer verstehen.
nennt' mich den empfindlichen, unreifen!
doch so etwas habt ihr im leben nicht gesehen.
ich wär' jetzt so gern allein.
die plage in mir, die mich jagt.
lass mich nicht einsam sein.
nichts von dem könnt' ein anderer begreifen,
nichts könnte irgendwer verstehen.
nennt' mich den empfindlichen, unreifen!
doch so etwas habt ihr im leben nicht gesehen.
mutter(un)glück
da krabbelt er, dein schatz,
kann sogar schon "papa" sagen,
im herbst auf dem spielplatz.
du hast angst zu versagen.
du siehst ihn an. wie er strahlt!
du passt auf, dass er sich nicht verletzt.
du bist nicht die mutter, die prahlt,
dass er ganz gut läuft - schon jetzt.
er wendet sich um, erkennt dich und lächelt.
du winkst ihm zu, zwinkerst und nickst,
als er dir mit der kleinen hand ein winken zufächelt -
bis du das loch in seiner hose erblickst.
dann hast du dich nicht mehr unter kontrolle,
springst auf und rennst auf ihn zu.
dass er weint, spielt jetzt keine rolle.
solche aktionen sind in deinen augen tabu.
was hat er sich dabei nur gedacht?
sich so gegen deine macht zu erheben.
das hat dich furchtbar wütend gemacht.
er wird noch sein wunder erleben!
nicht, dass diese situation etwas besonderes wäre.
das ist der alltag in eurem haus.
du hoffst, diese strafe ist ihm eine lehre,
packst ihn und holst jetzt weit aus.
bald ist es vorbei mit dem weinen und schrei'n.
er lacht und brabbelt wieder munter.
wolltest ihm eine gute mutter sein.
eine träne rinnt deine wange hinunter.
kann sogar schon "papa" sagen,
im herbst auf dem spielplatz.
du hast angst zu versagen.
du siehst ihn an. wie er strahlt!
du passt auf, dass er sich nicht verletzt.
du bist nicht die mutter, die prahlt,
dass er ganz gut läuft - schon jetzt.
er wendet sich um, erkennt dich und lächelt.
du winkst ihm zu, zwinkerst und nickst,
als er dir mit der kleinen hand ein winken zufächelt -
bis du das loch in seiner hose erblickst.
dann hast du dich nicht mehr unter kontrolle,
springst auf und rennst auf ihn zu.
dass er weint, spielt jetzt keine rolle.
solche aktionen sind in deinen augen tabu.
was hat er sich dabei nur gedacht?
sich so gegen deine macht zu erheben.
das hat dich furchtbar wütend gemacht.
er wird noch sein wunder erleben!
nicht, dass diese situation etwas besonderes wäre.
das ist der alltag in eurem haus.
du hoffst, diese strafe ist ihm eine lehre,
packst ihn und holst jetzt weit aus.
bald ist es vorbei mit dem weinen und schrei'n.
er lacht und brabbelt wieder munter.
wolltest ihm eine gute mutter sein.
eine träne rinnt deine wange hinunter.
k(l)eine sorge
bist du froh, dass es ihn gibt?
bist du froh, dass du ihn hast?
bist du wieder mal verliebt?
ich hab's wieder mal verpasst.
bist du froh, dass du ihn hast?
bist du wieder mal verliebt?
ich hab's wieder mal verpasst.
ungezogen, umgezogen
ich hab' dich belogen.
ich hab' dich verbogen.
ich hab' dich betrogen.
ich hab' mich verzogen.
nichts glättet die wogen.
ich hab' dich verbogen.
ich hab' dich betrogen.
ich hab' mich verzogen.
nichts glättet die wogen.
fakt
ich bin enttäuscht, weil die meinung der menschen immer von ihrer
meinung zu der person abhängt, die sie nach ihrer meinung fragt.
meinung zu der person abhängt, die sie nach ihrer meinung fragt.
felicitations
du hast jemanden gesucht und jemanden gefunden,
der sich sehr um dich sorgt und der dich sehr verwöhnt,
jemanden, der sich kümmert um deine alten wunden
und jemanden, der dich wieder mit dir selbst versöhnt.
der sich sehr um dich sorgt und der dich sehr verwöhnt,
jemanden, der sich kümmert um deine alten wunden
und jemanden, der dich wieder mit dir selbst versöhnt.
chance
ich seh' zukunft für mich.
ich hab' eine perspektive.
ich seh' zukunft für mich.
ich ergreif' die initiative.
ich hab' eine perspektive.
ich seh' zukunft für mich.
ich ergreif' die initiative.
entmutig(er)t
er streifte durch die straßen,
ohne gefährte, ohne ziel,
sah, wie sie ihn vergaßen,
die menschen, und weinte viel.
er streifte durch die gassen.
sie wollten ihn verdrängen.
wie konnten sie ihn hassen?
er ließ seinen kopf hängen.
er fühlte sich als teil von ihnen,
doch kämpfte wohl vergebens.
traurig überquerte er die schienen
am hauptbahnhof des lebens.
fast rannte ihn ein knabe um,
in eile. was ist nur passiert?
er wendet nur und bleibt ganz stumm,
bevor er noch mehr schmerz kassiert.
früher war auf ihn verlass,
jetzt wird er nicht mehr gebraucht.
die ärmel tropfen ihm schon nass,
der tiger hinkt und keucht und schnauft.
regen trommelt auf seinen rücken.
hier findet keine unterkunft,
unter eingestürzten brücken,
der tiger - der sinn für vernunft.
ohne gefährte, ohne ziel,
sah, wie sie ihn vergaßen,
die menschen, und weinte viel.
er streifte durch die gassen.
sie wollten ihn verdrängen.
wie konnten sie ihn hassen?
er ließ seinen kopf hängen.
er fühlte sich als teil von ihnen,
doch kämpfte wohl vergebens.
traurig überquerte er die schienen
am hauptbahnhof des lebens.
fast rannte ihn ein knabe um,
in eile. was ist nur passiert?
er wendet nur und bleibt ganz stumm,
bevor er noch mehr schmerz kassiert.
früher war auf ihn verlass,
jetzt wird er nicht mehr gebraucht.
die ärmel tropfen ihm schon nass,
der tiger hinkt und keucht und schnauft.
regen trommelt auf seinen rücken.
hier findet keine unterkunft,
unter eingestürzten brücken,
der tiger - der sinn für vernunft.
spirit
du hast mich so oft gefragt, was ich in deinen augen sehe. ich habe immer
"nichts" gesagt, aber das war nicht alles. "nichts, was dich zu hören freuen
würde", hätte ich am liebsten gesagt. ich wollte dich verletzen. damit du
im spiegel eines tages selbst siehst, was ich in deinen rehbraunen augen
immer gesehen habe: hoffnung. hoffnung, die du unterdrücktest. wegen
der angst, die den glanz aus deinen augen gestohlen hat. und die naivität,
die du immer missbrauchtest. dein selbstbewusstsein, das du als hass
tarnen wolltest. deine träume, die du nie auszuleben wagtest, und die du
doch um jeden preis verfolgen wolltest. ich hab' den schmerz gesehen
und die schreckliche furcht, die furcht vor dem leben, vor dir selbst. ich
hab' das vertrauen gesehen, das du in mich gesetzt hast, hab' deinen
hilfeschrei gehört, deine erwartungen an mich erkannt. ich hab' gesehen,
wie sehr du an uns glaubtest. ich hab' liebe gesehen. die bedingungslose,
hoffnungslose, deine verlorene liebe. ich hab' auch den stolz gesehen,
und die eifersucht, deinen neid, deine habgier, deine ungunst. ich hab'
gesehen, wie du das alles unterdrücktest. ich hab' das ganze unglück
um deine person gesehen. und ich konnte nicht mitansehen, wie du
dich selbst zerstörtest, weil du dachtest, es machte dich glücklich. und
deshalb hab' ich dir nie verraten, was ich in deinen müden, verklärten,
so viele male tränenerfüllten augen gesehen habe. und so sehr es in dir
brannte, ich habe nie gefragt, was du denn in meinen augen sahst.
weißt du jetzt, wieso?
"nichts" gesagt, aber das war nicht alles. "nichts, was dich zu hören freuen
würde", hätte ich am liebsten gesagt. ich wollte dich verletzen. damit du
im spiegel eines tages selbst siehst, was ich in deinen rehbraunen augen
immer gesehen habe: hoffnung. hoffnung, die du unterdrücktest. wegen
der angst, die den glanz aus deinen augen gestohlen hat. und die naivität,
die du immer missbrauchtest. dein selbstbewusstsein, das du als hass
tarnen wolltest. deine träume, die du nie auszuleben wagtest, und die du
doch um jeden preis verfolgen wolltest. ich hab' den schmerz gesehen
und die schreckliche furcht, die furcht vor dem leben, vor dir selbst. ich
hab' das vertrauen gesehen, das du in mich gesetzt hast, hab' deinen
hilfeschrei gehört, deine erwartungen an mich erkannt. ich hab' gesehen,
wie sehr du an uns glaubtest. ich hab' liebe gesehen. die bedingungslose,
hoffnungslose, deine verlorene liebe. ich hab' auch den stolz gesehen,
und die eifersucht, deinen neid, deine habgier, deine ungunst. ich hab'
gesehen, wie du das alles unterdrücktest. ich hab' das ganze unglück
um deine person gesehen. und ich konnte nicht mitansehen, wie du
dich selbst zerstörtest, weil du dachtest, es machte dich glücklich. und
deshalb hab' ich dir nie verraten, was ich in deinen müden, verklärten,
so viele male tränenerfüllten augen gesehen habe. und so sehr es in dir
brannte, ich habe nie gefragt, was du denn in meinen augen sahst.
weißt du jetzt, wieso?
rain on your parade
du kannst es nicht leugnen: mit dir war es schwer.
ich dachte, ich lass' dich deinen zorn dämpfen.
so viel zeit ist vergangen, so lange ist es schon her.
jetzt will ich gar nicht mehr um dich kämpfen.
ich dachte, ich lass' dich deinen zorn dämpfen.
so viel zeit ist vergangen, so lange ist es schon her.
jetzt will ich gar nicht mehr um dich kämpfen.
placebo
sie leben von solchen abenden. sie leben nur an diesen abenden. der boden
vibriert heftig und mit ihm die verzweifelten skelette, die in dröhnender
rockmusik, schweißnassen t-shirts und wilden ellenbogengefechten ihren
hunger zu stillen suchen. die halle ist dunkel, damit man sich gar nicht in die
augen sehen muss. nur die bühne ist beleuchtet, weil da die erleuchteten
stehen, werden angestrahlt von den hoffnungsschimmern der verlorenen,
die darum betteln, gefunden zu werden, gefunden von ihm am mikrofon,
der sie anfleht, nicht aufzugeben, der sagt, dass sie wichtig sind, dass es
für alle jemanden gibt, der sie liebt. und sie würden es niemals zeigen,
aber das ist, weswegen sie hier sind, und warum sie immer wieder hier
herkommen. sie brauchen diese worte, die sie zurückbrüllen können, mit
denen sie sich alles von der seele schreien können. wo sie ihre gefühle
frei lassen können und verstanden werden können, wo sie da sind, wo
sie ein teil von etwas sind, ohne dass sie im einzelnen auffallen. und an
diesen abenden ist es, als ob tausend tote gemeinsam zum song "we are
alive" tanzen; in der hoffnung, es irgendwann selbst zu glauben, erhört
zu werden, erhört und erlöst von dem gott, den keiner kennt, und den
niemand benennen kann, weil er allein in ihren herzen existiert und nur
in ihnen allen zusammen leben, wirken und heilen, sie alle heilen kann.
vibriert heftig und mit ihm die verzweifelten skelette, die in dröhnender
rockmusik, schweißnassen t-shirts und wilden ellenbogengefechten ihren
hunger zu stillen suchen. die halle ist dunkel, damit man sich gar nicht in die
augen sehen muss. nur die bühne ist beleuchtet, weil da die erleuchteten
stehen, werden angestrahlt von den hoffnungsschimmern der verlorenen,
die darum betteln, gefunden zu werden, gefunden von ihm am mikrofon,
der sie anfleht, nicht aufzugeben, der sagt, dass sie wichtig sind, dass es
für alle jemanden gibt, der sie liebt. und sie würden es niemals zeigen,
aber das ist, weswegen sie hier sind, und warum sie immer wieder hier
herkommen. sie brauchen diese worte, die sie zurückbrüllen können, mit
denen sie sich alles von der seele schreien können. wo sie ihre gefühle
frei lassen können und verstanden werden können, wo sie da sind, wo
sie ein teil von etwas sind, ohne dass sie im einzelnen auffallen. und an
diesen abenden ist es, als ob tausend tote gemeinsam zum song "we are
alive" tanzen; in der hoffnung, es irgendwann selbst zu glauben, erhört
zu werden, erhört und erlöst von dem gott, den keiner kennt, und den
niemand benennen kann, weil er allein in ihren herzen existiert und nur
in ihnen allen zusammen leben, wirken und heilen, sie alle heilen kann.
die schwimmwesten befanden sich unter ihren sitzen
herbst, die zeit der romantik. paris, die stadt der liebe. jetzt riss sie herzlos
zwei liebende entzwei. sie standen mitten im gemenge am flughafen. er trug
shorts, sie ihren dicksten wintermantel. es war ein kalter abend. sein flug
sollte ins 9.000 kilometer weit entfernte japan führen. ob er auch wieder
zurückführen würde, war ungewiss. sie küsste ihn ein vorerst letztes mal
auf die wange, drückte ihn fest und wünschte ihm das übliche. er hingegen
sagte kein wort. auch sie äußerte kein "geh nicht!" oder ein letztes "ich
liebe dich", wie in diesen romantikkram-filmen. sein flug wurde ausgerufen.
er wand seine hand um den griff seines carbon-hartschalentrollis, machte
sich auf zu gehen. sie seufzte und sah ihm nach. da wandt er sich noch
einmal um, blickte sie kurz an. "würdest du mich heiraten?" er verzog
keine miene. er blinzelte nicht. sie musste gar nicht erst nachdenken und
nickte stumm. er erwiderte ihr nicken und verließ das terminal. für immer.
zwei liebende entzwei. sie standen mitten im gemenge am flughafen. er trug
shorts, sie ihren dicksten wintermantel. es war ein kalter abend. sein flug
sollte ins 9.000 kilometer weit entfernte japan führen. ob er auch wieder
zurückführen würde, war ungewiss. sie küsste ihn ein vorerst letztes mal
auf die wange, drückte ihn fest und wünschte ihm das übliche. er hingegen
sagte kein wort. auch sie äußerte kein "geh nicht!" oder ein letztes "ich
liebe dich", wie in diesen romantikkram-filmen. sein flug wurde ausgerufen.
er wand seine hand um den griff seines carbon-hartschalentrollis, machte
sich auf zu gehen. sie seufzte und sah ihm nach. da wandt er sich noch
einmal um, blickte sie kurz an. "würdest du mich heiraten?" er verzog
keine miene. er blinzelte nicht. sie musste gar nicht erst nachdenken und
nickte stumm. er erwiderte ihr nicken und verließ das terminal. für immer.
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